Ips typographus oder der Buchdrucker
Style switch
   
subSilver
 
subMinc
   
Printerfriendly
Reich Animalia
Klasse Insecta
Ordnung Coleoptera
Familie Curculionidae
Unterfamilie Scolytinae
Schutzstatus nicht bedroht

 

Habitus

Der Buchdrucker zählt zur Familie der Borkenkäfer. Der walzenförmige Körper ist dunkelbraun gefärbt mit einer Länge von 4-5,5 mm. Der Kopf ist stark nach unten geneigt und fast vollständig vom Thorax bedeckt. Die Elytren fallen am Abdomen steil ab und weisen hier vier Zähne auf von denen der dritte, dorsal betrachtet, größer als die anderen und keulenförmig verdickt ist. Die Fühler sind kurz und besitzen eine Endkeule.

Der Buchdrucker gilt als schädlich, da er unter der Rinde lebt und den Bast der Bäume zersetzt, was bei vermehrtem Befall zum Absterben dieses führt. Braunes Bohrmehl um die Bäume deutet auf einen Befall hin.


top
Vermehrung


Larvengänge des Buchdruckers
Abhängig von der Höhenlage und der Witterung werden eine oder zwei Generationen im Jahr abgeschlossen. Bei optimalen Bedingungen können es auch bis zu drei Generationen sein. Die Entwicklungszeit beträgt ca. 6-10 Wochen ist aber wiederum stark witterungsabhängig.

Zur Fortpflanzung werden bevorzugt geschwächte Fichten aber selten auch Kiefer und Lärche befallen. Das Männchen bohrt sich dazu unter die Rinde und legt dort die Rammelkammer an. Die Weibchen lassen sich in diese Kammern von den Männchen locken und begatten. Nach der Begattung legt das Weibchen ausgehend von der Rammelkammer ca. zwei bis drei Muttergänge an. In den Muttergängen entwickeln sich die Larven und legen ihrerseits Larvengänge an die quer zu den Muttergängen verlaufen.

Die Larvengänge des Käfers gaben ihm seinen deutschen Namen, denn es erinnert Lettern aus dem Buchdruck.


top
Pheromonbiologie

Geschwächte Fichten sondern Kairomone ab, die die Männchen anlocken. Die Fichten sondern zur Abwehr Harz ab das einige Käfer tötet, jedoch werden Harzbestandteile (Monoterpene) auch von ihnen in Pheromone (cis-Verbenol) umgewandelt wird um weitere Artgenossen anzulocken. Zur Anlockung der Weibchen dient Ipsdienol.

Ist die Paarung vollzogen und die Fichte damit vollständig besiedelt, werden Pheromone mit repellenter Wirkung verbreitet. Sie verhindern eine Überbesiedlung der Fichte und sichern damit die Überlebenschancen der folgenden Generation.


top
Massenvermehrung


Borkenkäferschäden im Nationalpark Bayerischer Wald
Schäden im Wald wie schwere Stürme und infolgedessen Windwurf, aber auch Schneebruch und unsaubere Waldwirtschaft mit liegendem Holz, können zu Massenvermehrungen führen. Beschleunigt wird dies durch die besondere Anfälligkeit innerhalb von Monokulturen.

Ein Weibchen hat im Durchschnitt 60 Nachkommen und herrschen gute Wetterbedingungen sind drei Generationen in einem Jahr möglich:

  1. Generation: 60 Nachkommen + Geschwisterbruten
  2. Generation: 1 800 Nachkommen + Geschwisterbruten
  3. Generation: 54 000 Nachkommen + Geschwisterbruten

Diese großen Mengen an Buchdruckern können schwere Schäden im Wald verursachen.


top
Feinde

Eine Reihe von Tierarten sind Räuber oder Parasitoide des Buchdruckers:
Dazu zählen einige Vogelarten wie Specht und Meise; Käferarten wie der Jagdkäfer und der Ameisenbuntkäfer; Schlupfwespen; Kamelhalsfliegen und Florfliegen. Aber auch Pilze wie der Beauveria-Pilz befallen und töten den Buchdrucker.
Der Mensch macht sich die natürlichen Feinde des Buchdruckers zu Nutze um die forstwirtschaftlich genutzten Gebiete zu schützen, jedoch ist eine Regulation über Pheromonfallen einfacher. Hiervon gibt es zwei Arten, die eingesetzt werden um die Ausbreitung des Buchdruckers zu verhindern. Dazu wird entweder ein anlockendes Pheromon über einen Dispenser ausgegeben und die Käfer so in eine Falle gelockt, oder Pheromone mit repellenter Wirkung werden verbreitet um Buchdrucker aus einem Bestimmten Gebiet fern zu halten.


top
Quellen
Fotos

http://de.wikipedia.org/wiki/Buchdrucker_(Käfer)

 

Christian Boestfleisch, Juni 2008


->..oftheweek..-Index
-> Disclaimer
-> top
Konzept und technische Umsetzung: OTW 2.0 by S. von den Berg 2003 - 2008
Bilddarstellung: Lightwindow 2.X by Kevin Miller